Stadtweite Kunstaktion zum 9. November 1938 in Eisenach

Innenstadt Eisenach

Informationen
Date: 9. November 2018
Time: 10:00
Location: Innenstadt Eisenach
Details
Zwischen 1933 bis 1945 sind 240 Jüdinnen und Juden aus Eisenach umgekommen. Sie starben in Gaskammern, in Arbeitslagern, durch Freitod vor ihrer Deportation. Eine stadtweite Kunstaktion soll an sie erinnern und vor neu aufkommendem Antisemitismus mahnen, 80 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938.
Die Kunstaktion begann bereits am 30. Oktober: In einer „Offenen Werkstatt“ im KUNSTpavillon Eisenach entstehen bis zum 8. November, täglich von 10 bis 20 Uhr, genau 240 „Gedenksteine“: 50 cm hohe Würfel, messingfarben, beschriftet mit den Namen der Lager in denen Eisenacher Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Jede und jeder kann mitarbeiten, stunden oder tagelang. 150 Menschen aus Eisenach, Bad Salzungen, Schmalkalden, Ruhla und Erfurt beteiligen sich bislang an den Arbeiten: darunter Schulklassen, Vereine, Initiativen, Familien, Einzelpersonen, Geflüchtete.
Mit einer Menschenkette, aus mindestens 600 Personen (Stand heute) werden die jeweils rund zwei Kilogramm schweren Gedenksteine am 9. November, ab 10 Uhr, vom KUNSTpavillon in das 750 Meter entfernte Eisenacher Stadtzentrum getragen und in der Haupteinkaufsstraße, der ehemaligen Judengasse, ausgelegt.   
Elf Schulen aus Eisenach, Bad Salzungen und Schmalkalden bilden mit ihren SchülerInnen den Kern der TeilnehmerInnen, darunter wieder eine Gruppe Geflüchteter aus Syrien. Hinzu kommen zahlreiche EisenacherInnen.
Mit Straßentheater lassen jungen SchauspielerInnen aus Schmalkalden und Eisenach zwischen den Gedenksteinen vergessene Bilder wieder aufleben: mal in Kleidung aus den 40er-Jahren mit Koffern durch die Gedenksteine wandelnd, die Gesichter vom Landestheater Eisenach aschegrau geschminkt, mal als singender Flashmop, mal als spielende Kindergruppe.
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Das Theaterstück „Zigeuner-Boxer“ vom Jungen Schauspiel des Landestheaters Eisenach, erweitert den Blick auf die ebenfalls von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Sinti und Roma. Das Einpersonenstück wird im Stadtschloss aufgeführt, am Ende der ehemaligen Judengasse. (Beginn: 15:15 Uhr, freier Eintritt, ab 14 Jahre, begrenzte Platzzahl, bitte anmelden: 0170 – 48 15 668)
Den Abschluss des Gedenktages bildet der jährliche „Weg des Gedenkens“ der Stadt Eisenach mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, diesmal in umgekehrter Richtung – vom Bahnhof zurück in die Stadt, zur ehemaligen Synagoge – mit anschließendem „großen Palaver“ vor Ort, bei Tee, jüdischem Gebäck und Musik von damals und heute (Start: 17 Uhr, Bahnhofshalle). Wer mag, holt sich zuvor einen Gedenkstein aus der Fußgängerzone ab und „geht mit ihm zusammen“ vom Bahnhof zur Synagoge.

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Wartburg-Radio 96,5

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