100 Jahre Kapp Putsch: Arbeiterkämpfe in der Region

von am 16. März 2020

Am Freitag, dem 13. März 2020 jährte sich der sogenannte Kapp-Lüttwitz-Putsch genau 100 Jahre. Nach dem gescheiterten Putsch im März 1920 kam es in Thüringen zum Arbeitskampf, so auch in Eisenach und an zahlreichen a nderen Ortenb in der Region. Es gab bürgerkriegsähnliche Zustände. Marburger Studenten im bewaffneten Studentenkorps Marburg unterstützten die damalige Reichswehr im Kampf gegen linksgerichtete Arbeiter. Am 24. März 1920 besetzte ein Kommando des Marburger Studentenkorps die Gemeinde Thal, früher Bad Thal. Die Studenten nahmen 15 Männer fest, die als „Vertrauenspersonen der Arbeiterschaft“ galten. Den Verhafteten wurde vorgeworfen, sie hätten gegen die nach dem Kapp-Putsch wiederhergestellte staatliche Ordnung rebelliert. Sie sollten deshalb nach Gotha gebracht und verhört werden. Auf der Landstraße in Höhe von Mechterstädt wurden die unbewaffneten Männer durch Kopfschüsse ermordet. Historiker Christian Faludi von der Uni Jena, erklärt die Hintergründe von damals & was wir heute daraus lernen können. Der Beitrag kann HIER in unserer Audiothek nachgehört werden.

Diese Gedenktafel auf dem Friedhof in Thal erinnert noch heute an die Vorfälle vor 100 Jahren. Auch in Eisenach erinert ein Denkmal in der Frankfurter Straße an den gewaltsamen Tod von fünf Arbeitern am 18. März 1920 im Zuge des Putsches und damit verbundenen Streiks und Unruhen. Es besteht aus einer etwa 1,5 m hohen Mauer aus bossierten Sandsteinen mit einer mittig angebrachten steinernen Gedenktafel, auf der die Namen der Opfer vermerkt sind.

Titelbild (Quelle Stadtarchiv Eisenach): Die Eisenacher Einwohnerwehr während des Kapp-Lüttwitz-Putsches im Hof vom Gefängnis.


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