„Bibelverkostung“ Die Predigtreihe anlässlich 500 Jahre Bibelübersetzung auf der Wartburg

von am 8. April 2021

Am Sonntag, dem 11. April 2021 beginnt in der Eisenacher Georgenkirche eine einzigartige Predigtreihe. 63 PredigerInnen aus Deutschland, Österreich und England werden bis April 2022 die Texte des Lukasevangeliums entfalten.
Anlass ist das Jubiläum der Übersetzung des Neuen Testaments vor 500 Jahren auf der Wartburg. Zwischen Dezember 1521 und Februar 1522 hatte Martin Luther auf der Wartburg bei Eisenach das Neue Testament in die deutsche Sprache übersetzt. Entstanden ist eine Übersetzungsleistungen mit immenser Wirkung auf die europäische Kulturgeschichte. Das Evangelium nach Lukas ist eine der Schriften, die Martin Luther auf der Wartburg übersetzte. Es beinhaltet zahlreiche Erzählungen und Gleichnisse, die zur Weltliteratur gehören.

Live hören sonntags und montags 10 Uhr –> hier klicken–>

Nachhören in der Audiothek –>

Die Predigtreihe startet unter den Bedingungen einer Pandemie. Gottesdienste können vielerorts nur unter starken Einschränkungen besucht werden. Die Veranstalter haben deshalb einen Schwerpunkt auf die digitale Übertragung der Predigtreihe gelegt. Teile des Wartburgkreises können die Gottesdienste sonntags 10 Uhr und montags 10 Uhr in der Wiederholung über Wartburg-Radio 96,5 MHz/UKW verfolgen. Weltweit kann man über www.wartburgradio.org live dabei sein oder die aufgezeichneten Gottesdienste nachhören.

Interview mit Superintendent Ralf Peter Fuchs zur Bibelverkostung

„Das Lukasevangelium ist nicht nur für gute Tage geschrieben. Gerade in Zeiten der Verunsicherung können die Texte noch einmal neu ihre Orientierungskraft entfalten“, so Superintendent Ralf-Peter Fuchs. Die Predigtreihe steht unter dem Motto „Bibelverkostung“. „Wir möchten Menschen ansprechen, die der Bibel offen gegenüberstehen, aber selten dazu kommen, auch darin zu lesen. Die Predigtreihe soll eine Verlockung sein, einem der wirkmächtigsten Bücher zu begegnen. In aller Freiheit kann dann jeder entscheiden, ob manche Texte wirklich so köstlich sind, wie gelegentlich behauptet wird“, so Superintendent Ralf-Peter Fuchs.

Wie bei einer Weinverkostung hat auch die „Bibelverkostung“ einen ihr entsprechenden Rahmen. Zahlreiche Kantaten von Johann Sebastian Bach, aber auch von Georg Philipp Telemann gehören zum Programm. Die Eisenacher Georgenkirche als Predigtkirche Martin Luthers, Traukirche der Heiligen Elisabeth und Taufkirche Johann Sebastian Bachs tut ein Übriges.

Für die Predigtreihe konnten BischöfeInnen aus zahlreichen deutschen Landeskirchen, aus Österreich und England, sowie Predigtpreisgewinnerinnen, Universitätsprofessoren, aber auch weniger bekannte LiebhaberInnen der Bibel gewonnen werden. Zu erwarten ist ein vielgestaltiger Dialog zwischen biblischer Erfahrung, heutiger Alltagsbeobachtung und aktuellen Menschheitsfragen. Die Predigtreihe ist eine Verneigung vor der Aktualität der Bibel und der Übersetzungsleistung Martin Luthers.

Den Anfang macht am 11. April 2021 Ulrike Trautwein. Sie ist Generalsuperintendentin der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Sprengel Berlin. Seit Jahrzehnten verfasst sie Radioandachten für den Hessischen Rundfunk und war über viele Jahre Pfarrerin in Frankfurt/Main. Ulrike Trautwein ist die Tochter des bekannten evangelischen Lieddichters Dieter Trautwein.

Fast auf den Tag genau hatte Martin Luther vor 500 Jahren, am 8. April 1521, in der Eisenacher Georgenkirche gepredigt. Damals befand er sich mit seiner Gefolgschaft auf dem Weg zum Reichstag in Worms.

Im Gottesdienst wird die Bach-Kantate „Leichtgesinnte Flattergeister“ BWV 181 zu hören sein. Ausführende sind Solisten und das Ambrosius-Kammerorchester Eisenach unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christian Stötzner.


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