Jugendreaktion „MLG Output“ erfolgreich bei bundesweitem Wettbewerb „Umbruchszeiten“

von am 20. Mai 2020

Unsere Jugendreaktion vom Martin-Luther-Gymnasium Eisenach „MLG Output“ zählt zu 35 Gewinner-Projekten bei einem Jugendwettbewerb zum Umbruch seit 1989.
Bei dem bundesweiten Wettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ hat die Jury 35 Beiträge für preiswürdig befunden. Insgesamt 180 Einreichungen aus 14 Bundesländern waren zuvor eingegangen. Zur Frage, wie sich der Umbruch seit dem Ende der deutschen Teilung auf ihre Region ausgewirkt hat, haben die Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 19 Jahren eigene Filme, Podcasts, Textbeiträge und Spiele entwickelt. Die siebenköpfige Jury aus Wissenschaft, Bildung, Medien und Politik hat sich die Auswahl nicht leichtgemacht: „Es war beeindruckend, wie viel Kreativität in die Beiträge eingeflossen ist, die durchweg eine hohe Qualität haben“, sagte Jurymitglied und Comiczeichner Mawil.
„Bemerkenswert war, wie viele Beiträge aus Regionen kamen, die, wie etwa Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen, nicht in unmittelbarer Nähe zur früheren innerdeutschen Grenze liegen. Erfreulicherweise wird also das Thema Transformation inzwischen zunehmend als ein gesamtdeutsches aufgefasst“, sagte Jurymitglied Professorin Christina Morina von der Universität Bielefeld.

Vier Gewinner-Projekte aus Thüringen

Aus Thüringen haben sich 12 Schulen am Wettbewerb beteiligt. Unter die 35 Gewinner-Projekte schafften es das St. Josef-Gymnasium Dingelstädt mit ihrem Beitrag zu den Umbrüchen an der eigenen Schule sowie der Radiobeitrag zum selben Thema des Martin-Luther-Gymnasiums Eisennach, die Blog- und Tagebucheinträge zu Gefühlen in der Umbruchszeit der Emil-Petri-Schule in Arnstadt und das Wende-Spiel der staatlichen Gemeinschaftsschule Herbsleben.

Der 20-minütige Radiobeitrag „Vom Fahnenappell zur Meinungsfreiheit“ der Redaktionsgruppe „MLG Output“ aus Eisenach ist in enger Zusammenarbeit mit unserem Radiosender entstanden. Die Gruppe ging der Frage nach, wie sich der Schulalltag der DDR vom heutigen unterscheidet und welche Veränderungen die deutsche Einheit für die Schulen bedeutete. Die Schüler befragten hierzu Lehrkräfte nach ihren Erfahrungen aus dem DDR-Schulalltag. Im Anschluss berichtet eine Zeitzeugin vom Wartburg-Radio von ihren Erfahrungen im Zuge der deutschen Einheit, die sie als junge Schülerin erlebte. Auch O-Töne von interviewten Passanten in den Straßen Eisenachs, welche die Situation an den Schulen in der DDR und heute vergleichen und bewerten, werden im Beitrag eingebunden. Abschließend reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre Privilegien im heutigen Schulalltag bezüglich Meinungsfreiheit und des Konzepts des „individuellen Lernens”. Sie lehnen Fächer wie Wehrkunde ab, wünschen sich allerdings einen etwas praktischer ausgerichteten Unterricht und ein einheitlicheres Schulsystem. Der Beitrag, der auch immer wieder Musik einblendet, überzeugt durch eine hohe technische Qualität.

Der Gewinner-Beitrag kann in unserer Audiothek nachgehört werden.

Die genauen Platzierungen werden auf der digitalen Preisverleihung am 23. Juni 2020 verkündet, die durch die geltenden Einschränkungen als Online-Veranstaltung stattfinden wird. Es winken Preisgelder von jeweils 3.000 Euro bis 500 Euro. Alle 35 ausgewählten Gruppenarbeiten sind ab sofort unter https://umbruchszeiten.de/projekte zu finden.

Ausgelobt wurde der Wettbewerb aus Anlass von 30 Jahren deutsche Einheit von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Jugendliche waren aufgerufen, ihre Geschichtsprojekte rund um die Transformationszeit seit 1989/90 einzureichen. Der Wettbewerb fördert die Auseinandersetzung der jungen Zielgruppe mit der Zeitgeschichte, die im regulären Schulunterricht häufig noch zu kurz kommt.

Text: F. Klemm/Projekt „Umbruchszeiten“

Bild: F. Klemm.


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